22. August 2015

Checkliste: Todsünden des Nutzwertjournalismus

1. Todsünde: Alles sagen wollen
Auf einer Seite die Kindererziehung von 0 bis 18 Jahren bringen zu wollen ist unsinnig. Vor allem, wenn sich der Leser nur für die Trotzphase interessiert.

2. Todsünde: Der fehlende Küchenzuruf
Bevor der Redakteur eine Ratgeberseite zusammenstellt, muss er sich darüber klar werden, was er überhaupt sagen und welchen Leser er erreichen will.

3. Todsünde: Der fehlende Anlass
Zu häufig ist die Themenauswahl bei Nutzwerttexten offensichtlich beliebig: Warum soll ich zur Erdbeerzeit was über Tannenbäume lesen?

4. Todsünde: Die fehlende Substanz
Viele Ratgeberseiten enthalten keine Neuigkeiten, keinen Hintergrund, keinen praktikablen Tipp.

5. Todsünde: Die fehlende Verständlichkeit
In unverständlichen Texten reihen sich Bandwurmsätze aneinander. Nominalstil und schwache Verben wechseln sich ab.

6. Todsünde: Der fehlende Standpunkt
Oft fehlt die klare Entscheidung, die vom Journalisten nach Abwägen der Fakten getroffen wird.

7. Todsünde: Der falsche Ton
Nichts ist misslicher, als mit einer Sprach-Einheitssoße über jedes Thema gleich zu gießen.