22. August 2015

Definition

Beim Verbraucherjournalismus geht es um den praktischen Nutzen, den der Leser, Hörer oder Zuschauer aus einem journalistischen Produkt ziehen kann. Der Wert eines solchen Produkts wird als Nutzwert bezeichnet.

Nutzwertjournalismus kann verschiedene journalistische Interessenkategorien umfassen – so wie sie Walter Lippmann schon 1922 in seinem Werk „On Journalism“ definiert hat. Neben dem eingängigen Nutzen des handfesten Tipps finden sich im Nutzwertjournalismus auch so genannte weiche Faktoren: Wie etwa derjenige der emotionalen Unterstützung (Frauenzeitschriften) oder auch der gesellschaftlichen Affirmation einer bestimmten Rolle (Fachpresse).

Der Kern des Nutzwertjournalismus sind Orientierung, Hintergrund und praktische Tipps
Vor allem in Print-Medien leisten meist in den Textsorten Bericht oder Feature sowie Interview Nutzwertbeiträge – etwas was Reportage, Nachricht oder Kommentar als journalistische Textsorten nicht auf den ersten Blick bieten können oder wollen: Sie geben Orientierung, Hintergrund und praktische Tipps als jederzeit reproduzierbare Information, in persönlichem Tempo konsumierbar und vor allem – anders als bei vielen Beiträgen des unterhaltsamen Journalismus – profund und direkt für das eigene Leben nachvollziehbar dargeboten.