22. August 2015

Forschungsprojekte

Bisher wurden im Institut für Verbraucherjournalismus Forschungsprojekte zu folgenden Themen bearbeitet:

  • „Die Qualität des Finanz- und Wirtschaftsjournalismus in regionalen deutschen Tageszeitungen“, zusammen mit dem Institut für allgemeine und spezielle Journalistik und dem Institut für praktische Journalismusforschung (IPJ) der Universität Leipzig. Die Studie stellt, bundesweit repräsentativ, den aktuellen Stand der  journalistischen Qualität der Wirtschafts- und Finanzberichterstattung in regionalen deutschen Tageszeitungen zum ersten Male dar. Die Ergebnisse zeigen: Nur ein Bruchteil dieser Zeitungen ist nach Eigen- wie nach Fremdeinschätzung in der Lage, die selbst definierte Qualitätsstufe von sachgerechtem Journalismus in diesem Ressort für ihre Leser zu liefern

 

  • „Merkmale kommunikativer Qualität von sozial engagierten Kampagnen“ in Zusammenarbeit mit dem Wuppertal-Institut als Teilprojekt des Projektes „Materialschonung und Ressourceneffizienz“ (MARES) das vom Bundesministerium für Umwelt und vom Bundesumweltamt ausgeschrieben und finanziert wurde. Die Studie stellt nach eingehender Analyse von vorhandenen Kampagnen Erfolgsfaktoren für die Kommunikation gesellschaftlich erwünschter Verhaltensweisen fest. Im Rahmen dieses bundesweiten Forschungsvorhabens hat das ifv die Aufgabe übernommen im Rahmen des „Arbeitspakets 13“ die „Kommunikation der Ressourceneffizienz: Erfolgsfaktoren und Ansätze“ wissenschaftlich zu bearbeiten. Im Forschungsprojekt Materialschonung und Ressourceneffizienz spielt das Arbeitspaket 13 einen wichtige Rolle in Bezug auf die kommunikativen Möglichkeiten, gesellschaftlich wünschenswerte Verhaltensweisen in bestimmte Zielgruppen mit Hilfe der Massenmedien zu kommunizieren. Die Vehikel einer solchen Kommunikation sind bislang vor allem so genannte Kommunikationskampagnen. Im Rahmen der Arbeit des Instituts für Verbraucherjournalismus bot es sich an, ein Studienprojekt aufzusetzen um Kenntnisse über die Intentionen und den Verlauf schon existierenden Kampagnen im Blickfeld des Untersuchungsgegenstandes zu eruieren. Die wissenschaftliche Analyse beschäftigte sich mit folgenden zentralen Fragen:
  1. Welche inhaltlichen Mittel der Aufmerksamkeitserregung nutzt de Kampagne (Humor, Schock, pure Information)?
  2. Welche publizistischen Faktoren bestimmen die Umsetzung der Kampagnen-Ideen?
  3. Welche psychologischen Hebel nutzen die unterschiedlichen Kampagnen?
  4. Was sind die Ergebnisse der Wirkungsforschung zu den einzelnen Kampagnen?
  5. Ist in der intendierten Zielgruppe der Kampagnen eine Veränderung des Verhaltens zu beobachten?
  6. Lassen sich aus dem Aufbau der Kampagnen in Bezug auf die Resonanzen Gesetzmäßigkeiten für eine wirksame Kommunikation herausarbeiten?
  7. Welche qualitative Resonanz stellt die Arbeitsgruppe in eigenen Stichproben fest?
  8. Welche Empfehlungen für eine geglückte Kommunikation erwünschter Verhaltensweisen via Kampagnen im Sinne des MaRess-Projektes lassen sich aus der Analyse herausarbeiten?
  • „Die Kommunikation von nachhaltiger Finanzinformation bei älteren Bürgern“ in Zusammenhang mit der Bosch-Stiftung und dem Ministerium für den ländlichen Raum und Verbraucherschutz des Landes Baden-Württemberg. In diesem Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Institut für europäische Verbraucherpolitik unter der Leitung von Prof. Dr. Lucia Reisch erarbeitet wurde, hat das Institut für Verbraucherjournalismus einen Leitfaden für geglückte Kommunikation mit älteren Verbrauchergruppen erarbeitet und in Form einer Musterbroschüre in die Praxis umgesetzt
  • „Rezeption von Product Placement in Medien bei vulnerablen Verbrauchergruppen“. Als Drittmittelgeber für diese Forschung hat das Institut für Verbraucherjournalismus das Versorgungswerk der Deutschen Presse gewonnen. Die bundesweit repräsentative Befragung ging dank Unterstützung des Sozialforschungsinstitutes Marplan  im gleichen Jahr ins Feld.  Die Ergebnisse der Studie zeigen: Gerade die vulnerablen Verbrauchergruppen tun sich schwer, seriöse Information und Schleichwerbung voneinander zu trennen. Eines der Detail-Ergebnisse der für die bundesdeutsche Bevölkerung repräsentativen Befragung zeigt, dass vor allem formal schlechter gebildete, ältere Menschen mit einem geringen Haushalts-Nettoinkommen sich schwer tun, Procuct Placement und Schleichwerbung zu identifizieren, zutreffend zu bewerten und sich dementsprechend gegenüber solchen Formen verdeckter Werbung zu verhalten
  • „Qualitative und quantitative Kriterien geglückter Verbraucherinformation“. Im Juli 2010 forderte der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) das Institut für Verbraucherjournalismus  auf, im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung ein Angebot für ein Forschungsprojekt abzugeben.Die beiden anderen an der Ausschreibung beteiligten Institute waren das Institut Markt-Umwelt-Gesellschaft (IMUG) an der Leibniz-Universität Hannover sowie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Anfang September erhielt das ifv den Zuschlag für dieses Forschungsprojekt, das bis zum Ende des Monats November 2010 fertig gestellt und dem Auftraggeber übergeben wurde.Die Studie analysiert in komprimierter Form alle aktuellen Ansätze der Verbraucherforschung und unterfüttert damit wissenschaftlich die aktuelle gesellschaftliche und politische Diskussion um die  Neubewertung der Rolle des Verbrauchers im Rahmen der Verbraucherpolitik
  • Möglichkeiten, Risiken und Chancen der Anwendung der Verbraucher-Informationskonzepte des Educational Entertainments  (EE) in Deutschland“. Beantragt ist im Rahmen des Forschungsprojektes der Aufbau erstens einer auf die Thematik EE in Deutschland ausgerichtete Forschungseinrichtung sowie zweitens einer praxisbezogenen Informationsstelle für Medien-Macher, in der geschulte Kommunikationswissenschaftler  und Medienmacher zukünftige EE-Projekte wissenschaftlich beraten und in ihrer praktischen Umsetzung begleiten sollen. Prof. Dr. Christoph Fasel betreut in diesem Zusammenhang extern eine Dissertation an der Universität Duisburg und an der Universität Gouda, Niederlande. Das Projekt wird gefördert und unterstützt vom Ministerium für den ländlichen Raum und Verbraucherschutz des Landes Baden-Württemberg